JUBILÄUMSFLUGTAG WIEN-ASPERN (LOWA)
vom 5.-6. und 12. bis 13. April 1997


Plakat Jubiläums-Flugtag Wien-Aspern 1997   

Mit dem JUBILÄUMSFLUGTAG WIEN-ASPERN am 5., 6., 12. u. 13. April 1997 führte die MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG nach einer Idee von Gustav Z. HOLDOSI als Veranstalter am damals seit fast 21 Jahren gesperrten Wiener Flughafen (LOWA) in Wien-Aspern die bisher größte in Aspern durchgeführte Luftfahrtveranstaltung der 2. Republik durch. Wegen Schlechtwetters wurde die Veranstaltung mit weit mehr als 5000 Besuchern an zwei Wochenenden hintereinander durchgeführt.
Es war gleichzeitig auch der letzte Flugtag am historischen ersten Flughafen von Wien, Standort: 48° 13′ 30,06″ N, 16° 30′ 26,28″ Eder unter dem Ehrenschutz von Bgm. Michael HÄUPL stand und dem letztlich öffentliches Interesse zuerkannt wurde.


Der organisatorische Aufwand war jedoch dementsprechend groß, denn die  Aussichten zur Genehmigung des Flugtages schienen aussichtslos und waren so gut wie nicht vorhanden.
Damit begann die Beinarbeit etwas Unmögliches zustande zu bringen. Schließlich musste durch die Errichtung der neuen Piste in LOWW der Flughafen Aspern LOWA weichen, ein Nebeneinander war durch die Politik nicht gewünscht, obwohl gerade dieser Flugtag den Gegenbeweis erbrachte. 
Erste Gespräche beim damaligen Chef der Flugsicherung AUSTRO CONTROL Hr. Dr. Herwig BAUER waren zudem ablehnend verlaufen. Intensives Lobbying war also angesagt.

  • Dipl.-Ing. Johann RAUSCH war damals Geschäftsführer der AUSTRO CONTROL und wie Gustav Z. HOLDOSI ein ehemaliger Asperner Pilot. Ein entsprechendes Ersuchen um Genehmigung des Flugtages wurde ventiliert, die Machbarkeit vom ehemaligen Chef des Turms LOWW Hr. Johannes FEHRER für möglich gehalten und befürwortet
  • Ein Probeüberflug der Anflugrouten mit dem Bezirksvorsteher Donaustadt zur Beurteilung der Lärmsituation sowie eine Beschlussfassung zur Befürwortung des Flugtages
  • Ein Klosterneuburger Gemeinderatskollege als Mitarbeiter der MA64 als zuständige Luftfahrtbehörde an Bord der D-EIDW durch Befliegung der Anflugstrecken mit der Situation vertraut gemacht 
  • Die Landesleitung des ARBÖ Wien wurde um Unterstützung ersucht und eine Zustimmung für eine Veranstaltung auf derem gepachteten Übungsgelände am ehemaligen Wiener Hauptflughafen Piste 18/36 erwirkt
  • General Motors Aspern (Opel Austria) wurde mit dem geplanten Flugtag konfrontiert und ersucht das im Weg stehende Hochregallager im Anflug auf die Piste 18/36 zu räumen, ansonsten ein Flugtag nicht möglich gewesen wäre
  • Ansuchen um Entsendung von Zollmitarbeitern

Erforderlich war damals ein ANTRAG 

  • auf Genehmigung von Außenlandungen
  • auf Ausnahme vom Flughafenzwang zum internationalen JUBILÄUMSFLUGTAG am 5. und 6. April 1997 (ERSATZTERMIN BEI SCHLECHTWETTER am 12. und 13. April 1997)
  • auf Bewilligung des Nebenwegsverkehr durch die Finanzlandesdirektion für Wien, Hr. Dr. Zarzi.
  • Aufgrund einer Vereinbarung mit  Austro Control übernnahm das AIS Wien-Schwechat im Interesse einer sicheren und geordneten Flugabwicklung die Einflugkoordination in den Wiener Luftraum mittels SLOT-Vergabe.          
    Das heißt, dass zur Vermeidung von Verzögerungen eine einzuhaltende Ankunftszeit vereinbart werden mußte.
    Flüge ohne SLOT-Zuteilung mussten mit längeren Wartezeiten rechnen oder liefen Gefahr nötigenfalls auf andere Flugplätze umgeleitet zu werden. AIS Wien war unter der Telefonnummer 0222/7007-2253 zu erreichen.
              Vor Einflug in die Kontrollzone Wien war mit Wien-Information (118,525 Mhz) Kontakt aufzunehmen, um die aktuelle Landepiste in Aspern zu erfragen.
              Für den Abflug von Wien-Aspern (LOWA) wurden SLOTS direkt in Aspern vergeben, um für alle ein rechtzeitiges Verlassen des Platzes sicherstellen zu können. Diese waren bei der Flugleitung (Controller Hannes FEHRER) in
              Aspern unmittelbar nach der Landung zu beantragen und ebenfalls pünktlich einzuhalten. Flugpläne für den Abflug oder allfällige Rundflüge (aufgrund der zahlreichen Anmeldungen nur eingeschränkt möglich) konnten bei SLOT-Zuteilung in Aspern aufgegeben werden.
  • Beantragung eines NOTAMs und des AIP SUP 003/97 vom 13. März 1997
  • Gemäß Mitteilung der MA 64 wurden sämtliche angemeldeten Flüge bewilligt. Die Bewilligung wurden dem verantwortlichen Piloten direkt nach der Landung in der Flugleitung ausgehändigt und war deren Übernahme zu bestätigen. 

Hier der Anflug von der Donau direkt nach LOWA aus dem Cockpit  

Die Anflugvoraussetzungen für Piloten, welche per NOTAM von AUSTRO CONTROL Abt. Flugbetrieb verlautbart wurden:
Die Piste ist geeignet für Luftfahrzeuge der Gewichtsklasse A und C, besteht aus Beton und ist 53m breit, aber nur 480 m lang! Die Pistenmitte ist optisch als Entscheidungshilfe mit einer gelben Querlinie  markiert. Hindernisse im Anflug auf die Piste 36 sind gemäß beiliegender Flugplatzkarte zu beachten! Sämtliche Anflüge erfolgen auf eigene Gefahr! 
Betankung: AVGAS 100 LL
Es wird dringend empfohlen, das gültige NOTAM und das AIP SUP 003/97 vom 13. März zu beachten, sowie Ihre Start- und Landestrecken zu überprüfen. 

Bodenorganisation: Aufgrund der vermutlich hohen Landefrequenz und der geplanten Flugvorführungen und Rahmenprogramme, aber auch durch Rundflugunternehmen ist das rasche Verlassen der Piste zwingend erforderlich. Bitte beachten Sie unbedingt die Anweisungen des Bodenpersonals!

Parkmöglichkeit über Nacht: Es kann das Luftfahrzeug gegen Gebühr auch über Nacht von Samstag auf Sonntag abgestellt werden. Für die Bewachung ist ein gewerblicher Wachdienst vorgesehen und kann zu dessen Bewachungsbedingungen in Anspruch genommen werden.

In einem geliehenen grünen Doppeldeckerbus bei der Piste wurde im EG das AIS sowie die Wetterberatung untergebracht, im OG die vor Ort stationierten Controler von LOWA. Parallel wurde am Tower in Wien-Schwechat ein eigener Arbeitsplatz für die Anflugkontrolle eröffnet.

Die Einladung zum Flugtag 1997 publizierte die österreichische NEUE FLIEGER REVUE (Chefred. Manfred HLUMA) wie folgt:

Bericht Flugtag Wien-Aspern 1997 MFU

Die Anfahrtskarte Flugtag Wien-Aspern 1997, Klosterneuburger „Flug- Geschichte“:

Anfahrtskarte Flugtag Wien-Aspern 1997

Auch die öffentliche Anfahrt für unsere Besucher war gewährleistet:
Ein von der MFU organisierter Shuttlebus von Dr. RICHARD fuhr während der Betriebszeiten viertelstündlich ab Linie 25 direkt zum Asperner Flughafen und zurück. Trotz schlechtesten Wetters, Wind und Regen besuchten mehr als 5.000 Personen den Flugtag, welcher neben unseren Mitgliedern auch von der Klosterneuburger Feuerwehr, dem Österreichischen Bundesheer (Pioniere Klosterneuburg, Fla-Brigade Großenzersdorf), dem Grünen Kreuz und Klosterneuburger Gewerbetreibenden aktiv mitgestaltet wurde.

Die Erstlandung sowie den letzten Abflug führte der Veranstalter und damalige Klosterneuburger GR Gustav Z. HOLDOSI mit einer FUJI FA200/180 mit Kennzeichen D-EIDW durch.

Es fanden sich zahlreiche Flächenflugzeuge, Hubschrauber und auch Ultralights auf dem ehemaligen Flughafen ein. Dank einiger Enthusiasten und den vielen fleißigen Händen unserer Clubmitglieder und Hr. Holdosis Mitarbeiter Hr. Ing. BALLA wurde die ehemalige Piste 18/36 wieder in einen brauchbaren Zustand versetzt, die Luftfahrt-Beschriftungen erneuert.

Und es  fanden in Aspern sogar wieder offiziell Schulungsflüge statt! Der Veranstalter ließ es sich nicht nehmen mit einem Robinson R22 schulmäßig zu hoovern.

Natürlich durfte auch die obligate Flugzeugweihe nicht fehlen, die vom damaligen 66. Klosterneuburger Propst Bernhard BACKOVSKY durchgeführt wurde. Im Bild der Veranstalter Gustav Z. HOLDOSI (3.v.r.)

   

Gern gesehen wurde das phantastische PC6-Flugbalett der Fliegerdivision aus Langenlebarn (LOXT), welche mit der 3GEF und 3GEG an der Veranstaltung teilnahmen.

 

Der Jet-Ranger des österreichischen Bundesheeres Fliegerdivision durfte vom Publikum betreten bzw. besichtigt werden. Viele kleine Besucher waren das erste Mal an Bord eines Kampfhubschraubers.
Gerade die Jugend konnte nach langer Zeit wieder einmal mit der Luftfahrt vertraut gemacht werden.
Viele der anwesenden Jugendlichen wussten nicht einmal, dass sie neben dem ehemaligen Gelände des ersten Verkehrsflughafens Europas aufwuchsen! Großes Interesse erweckten auch Rundflüge mit einer Bell 206 und die Vorführung einer Katana DA20.

  

Dazwischen landeten immer wieder Piloten, die Aspern als besonderes einmaliges Ziel auserkoren hatten

   

Nach der Landung wurden die Piloten von einem Einweiser auf vorbereitete Parkplätze eingewunken. Der Abflug auf der kurzen Piste erforderte Können. Hier eine Cessna 150 beim Start, im Hintergrund geparkte Flugzeuge

 

Attraktiv und sehr beliebt war das Flughafen-Sonderpostamt in LOWA, welches mit einem Ersttagsstempel und alten Luftfahrtbriefmarken aufwartete. Sonderstempel Flughafen AspernGut erkennbar der Ersttagsstempel, den die MOTORFLUGUNION Klosterneuburg gemeinsam mit dem Briefmarkenverein KSV WIENGAS herausgab. Mit einer Abwurfgenehmigung flog Dr. Karl BENES von Aspern zur Magdeburgkaserne Klosterneuburg und warf in den Hof der PiTS ein Postpaket ab, das durch die Pioniertruppenschule zum Postamt Klosterneuburg weitertransportiert und die Zustellung der Luftpost übernahm.
Die am Stempel erkennbare Flugdame AVIANE wurde über Bitte von G. Z. HOLDOSI von Arch. DI Gerhard LISKA Wien entworfen und fand in Sammlerkreisen großen Anklang, wie auch die beiden abgeleiteten Fliegertassen.

Hier der Auszug eines Flugbuches:



Gegen Abend wurden dann im Festzelt die Preise eines Glückstopfes und 1.000 Big Mac-Gutscheine von Mc Donalds verteilt.


Auch der Malteser Hospitaldienst Austria unterstützte mit einem eigenen Informationsstand die Veranstaltung

Hier ein Bericht, der FLUGSPORTZEITUNG (Chefred. Karl BERGER), Ausgabe April - Juli 1997:

"Es war phänomenal: Viele Flugzeuge und Besatzungen folgten dem Ruf aus Wien-Aspern. Piloten, die in Wien-Aspern fliegen gelernt hatten kamen genauso begeistert, wie Asperner-Piloten, die wie Gustav HOLDOSI noch ein letztes Mal in Aspern landen wollten. Es kamen aber auch Piloten, die erst nach Schließung des Flughafens ihren Pilotenschein machten und diese historische Chance nutzen wollten."

Und noch ein zeitgenössischer Bericht:

Der Jubiläumsflugtag 1997


Es schien, als sei die Zeit der Fliegerei in Aspern für immer vorüber, doch 20 Jahre nach der Schließung landeten in Aspern noch einmal die Flugzeuge, dröhnten die Motoren der Maschinen noch einmal und es wurden Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wach – im Rahmen eines von der Motorflugunion-Klosterneuburg veranstalteten Jubiläumsflugtages fanden sich zahlreiche Flächenflugzeuge, Hubschrauber und Ultralights auf dem ehemaligen Flughafen ein. Dank einiger Enthusiasten und vielen fleißigen Händen wurde die ehemalige Piste 18/36 wieder in einen brauchbaren Zustand versetzt. Im Rahmen dieses Jubiläumsflugtages unter der Führung von Gustav Z. Holdosi, dem Präsidenten der Motorflugunion-Klosterneubug, fanden in Aspern sogar wieder offiziell Schulungsflüge statt!

Mit dem „FLUGTAG Wien-Aspern“ führte die Motorflugunion Klosterneuburg am alten Flughafen in Wien-Aspern eine der größten Luftfahrtveranstaltungen seit dem Ende der sowjetischen Besatzung und der Wiedereröffnung 1955 durch. Trotz schlechtesten Wetters, Wind und Regen besuchten mehr als 5.000 Personen den Flugtag, welcher auch von der Klosterneuburger Feuerwehr, dem Bundesheer und Gewerbetreibenden mitgestaltet wurden. Gerade die Jugend konnte nach langer Zeit wieder einmal mit der Luftfahrt vertraut gemacht werden. Dieser Flugtag fand wegen des Schlechtwetters sogar an 2 Wochenenden hintereinander statt, ein wahrer Augenschmaus für Flugbegeisterte. 
Nach Beendigung dieser beiden Flugtagswochenenden versank Aspern wieder in einen Dornröschenschlaf, es schien, als sei die Sonne für Aspern endgültig untergegangen. 

Auch Geschichte von Hirschstetten (Helmut Bineder) berichtete wie folgt

Flugtag in Wien-Aspern

Obwohl vor mehr als 20 Jahren das letzte Flugzeug den Platz verlassen hatte, können zahlreiche Flieger ihren Platz nicht vergessen. Sie revitalisierten in mühevoller Arbeit die Piste 18/36, so dass ein Jubiläumsflugtag mit mehr als 100 Luftfahrzeugen und etwa 5000 Besuchern abgehalten werden kann.

Die Schwechater Piste 16/34 - sie war der Grund für die Schließung des Flughafen Aspern - wird während der Veranstaltung gesperrt.

siehe auch: https://www.flugfeld-aspern.at/der-jubilaeumsflugtag-1997/

Hier können Sie die >>Flugzeuge und Teilnehmerliste Aspern 1997<< einsehen! 

Bedenkt man, dass die Stadt Klosterneuburg ursprünglich den zum Großteil auf ihrem Gemeindegebiet liegenden Flugplatz " Donauwiese" als einen der ersten Flugplätze in Österreich beherbergte, so ist es nicht verwunderlich, dass sich hier wieder ein neuer renommierter Klosterneuburger Flugverein mit eigener Flugschule etablierte.

Von der ehemaligen (Klosterneuburger) Donauwiese aus starteten auch die ersten Flugzeuge der ÖLAG, der österreichischen Luftfahrt AG (Vorgängergesellschaft der AUA). Nach der Sperre der Donauwiese, die der Donauregulierung weichen musste, übersiedelten viele der ansässigen Vereine nach Wien-Aspern (LOWA).

Einige Vereine, wie z.B. die >>SPORTFLIEGERUNION KLOSTERNEUBURG<<, übersiedelte erst nach Wiener-Neustadt-West, dann nach Spitzerberg (LOAS).
Heute befindet sich die SPORTFLIEGERUNION KLOSTERNEUBURG am Standort Wiener Neustadt-Ost (LOAN) und wird vom Obmann der MOTORFLUGUNION KLOSTERNEUBURG als Schwesterverein geführt.

Asperns Geschichte

Der Wiener Flughafen Aspern, gegründet durch die Wiener Flugfeld-Gesellschaft m.b.H. am 25.1.1912 (Der Flugplatz zählt zu diesem Zeitpunkt zum größten und modernsten Europas), war am 23. Juni 1912 (Eröffnung des Flugfeld-Aspern) der Ausgangspunkt für ein Flugmeeting, an dem 44 PIloten  u.a. aus Belgien, Frankreich, Italien, K&K Österreich, Rumänien Russland und Peru teilnahmen. Am 15.-22.6.1913 erfolgte das Zweite Internationale Flugmeeting in Aspern mit einem Rundflug durch Niederösterreich.
Am 3. Flugmeeting vom 21.-29. Juni 1914 waren 32 Piloten angemeldet.
Nach Ende des 1. Weltkrieges wurden von der interalliierten Kommission die Einrichtungen am Asperner Flughafen zerstört. 

 


Hier die von Ing. Erwin Rössler verfasste Chronik:


25.01.1912 Gründung der Wiener Flugfeld Ges.m.b.H. in der Kanzlei des Advokaten Dr von Foregger, Eintragung in das Handelsregister am 27.02.1912.
09. – 12.06.1912 Fernflug von Berlin nach Wien-Aspern
23.06.1912 Eröffnung des Flugfeld-Aspern im Rahmen des ersten Internationelen Flugmeeting in Aspern vom 23. – 30.06.1912
09.06.1913 Das Zeppelin-Luftschiff „Sachsen“ landet in Aspern
15. – 22.06.1913 Zweites Internationales Flugmeeting in Aspern
19.06.1913 Rundflug durch Niederösterreich, Start ist in Aspern
19. – 26.04.1914 „Schicht-Flug“ durch Österreich-Ungarn
21. – 29.06.1914 Drittes Internationales Flugmeeting in Aspern
November 1914 Aufstellung der Fliegerkompanie 9 und der Fliegerersatzkompanie 1
20.03.1918 Einrichtung der ersten Internationalen Postfluglinie der Welt von Wien-Aspern nach Kiew
02.01.1919 Aufstellung der Fliegerhorste 5 und 6 der Deutschösterreichischen Fliegertruppe
28.07.1919 Aufstellung einer Flugpolizei mit aus dem Weltkrieg stammenden Flugzeugen
26.09.1920 Großes Kunst-, Schau- und Passagierfliegen in Aspern
1921 Auflösung der Flugpolizei, militärische Gebäude mussen abgetragen werden
02.08.1921 Ein Flugzeug der Compagnie Franco-Roumaine de Navigation Aérienne landet auf dem Weg von Paris nach Bukarest in Aspern
11.11.1921 Aufstellung der Flugplatzinspektion Aspern
06.04.1922 Übernahme des Flugplatzes in die Verwaltung des Bundesministeriums für Handel und Verkehr
01.05.1922 Die Compagnie Franco-Roumaine flog als erstes Unternehmen den Flugplatz Aspern im Linienverkehr an
14.09.1922 In Österreich wird der zivile Luftverkehr wieder erlaubt
22.04.1924 Die Trans Europa Union und die Österreichische Luftverkehrs AG (ÖLAG) eröffnen die Strecke München – Wien.
Die Flugzeuge landen in diesem Jahr erstmals in Aspern
31.07.1924 Ing. Theodor Hopfner gründet in Aspern ein Rundflugunternehmen
17.05.1925 Die Kärntner Luftverkehrs AG landet erstmals von Klagenfurt kommend in Wien-Aspern
05. – 06.09.1925 Flugmeeting am Flugfeld-Aspern
07. – 08.09.1925 Schaufliegen in Aspern mit dem Kunstflieger Ernst Udet
1926 Aspern erhält eine Funkanlage
21.03.1927 Erstflug Wien-Prag-Dresden-Berlin als Gemeinschaftslinie der ÖLAG mit der Lufthansa und der CSA
19.04.1927 Neue Verbindung in den Süden: Wien-Graz-Klagenfurt-Venedig
29.05.1928 Taufe des ersten dreimotorigen Großflugzeuges Junkers G31 der ÖLAG
Erstmals betreibt die ÖLAG ihr Streckennetz ganzjährig
1928 Aufbau von Flugsicherungsdiensten
15.04.1929 Eröffnung des neuen Abfertigungsgebäudes und Beginn der geheimen Pilotenausbildung für das Bundesheer im Rahmen der ÖLAG-Fliegerschule
12.08.1929 Das erste Geschwader einer Europarundflugkonkurrenz landet in Aspern
1930 Peilfunkstelle in Betrieb. Zehn Fluglinien kommen nach Aspern
25.07.1930 Internationaler Europa-Rundflug in Aspern. Die ersten Flieger treffen in Aspern ein
1930 – 1932 Ing. Raoul Hafner und Bkfm. Bruno Nagler experimentieren mit ihrer Hubschrauberentwicklung Revoplan 1
12.07.1931 Nach 1913 landet zu zweitenmal ein Zeppelin-Luftschiff in Aspern, das LZ 127 „Graf Zeppelin“
14. – 16.05.1932 Pfingstflug durch Österreich mit Start in Aspern
21. – 27.08.1932 Internationaler Rundflug 1932 mit Start und Ziel in Berlin und Zwischenlandungen u.a. in Aspern
09.04.1933 10-Jahr-Feier der ÖLAG in Aspern mit Paradeaufstellung und Festreden
09. – 21.05.1933 Erster Internationaler österreichischer Alpenflug
21.05.1933 Großflugtag mit Flugzeugen des noch geheimen Bundesheeres (Schulflugzeuge)
1934 Die UKW-Funkbake geht in Betrieb
19. – 27.05.1934 Pfingst-Rundflug durch Österreich. Die Teilnehmer halten sich am 22. und 23. Mai in Aspern auf
28.08 – 16.09.1934 Internationaler Rundflug mit Start und Ziel in Warschau. Die Teilnehmer landen auch in Aspern
29.03.1935 Die ÖLAG erhält ihr erstes Ju 52/3m Verkehrsflugzeug (Kennung OE-LAK)
07. – 12.06.1935 „Pfingsten in Österreich“, Flug durch Österreich und Ungarn mit Zwischenlandung in Aspern
14.06.1935 Die ÖLAG erhält ihre zweite Ju 52/3m (Kennung OE-LAL). Die OE-LAL stürzt am 16.03.1936 ab
22.06.1935 Der Heißluftballon „A-Marek 1“ steigt zu seiner ersten Fahrt auf
1936 Aspern wird Fliegerhorst der Österreichischen Luftstreitkräfte. Ein Hangar wird errichtet
01.02.1936 Die ÖLAG erhält ihr drittes Ju 52/3m Verkehrsflugzeug (Kennung OE-LAM)
28.05. – 03.06.1936 Pfingstflug 1936. Die Teilnehmer erreichen am 31. Mai den Flughafen Aspern
27.06.1936 Die ÖLAG erhält ihr viertes Ju 52/3m Verkehrsflugzeug (Kennung OE-LAN)
30.04.1937 Die ÖLAG erhält ihr fünftes Ju 52/3m Verkehrsflugzeug (Kennung OE-LAP)
19.09.1937 Großflugtag der Österreichischen Luftstreitkräfte
28.10.1937 Die ÖLAG erhält ihr sechstes Ju 52/3m Verkehrsflugzeug (Kennung OE-LAR)
12.03.1938 Landung von Verbänden der Deutschen Luftwaffe
28.03.1938 Die ÖLAG erhält ihr letztes Ju 52/3m Verkehrsflugzeug (Kennung OE-LAS)
19.03.1938 „Tag der Deutschen Luftwaffe“
22. – 29.05.1938 Deutschlandflug, der auch nach Wien-Aspern führt
Oktober 1938 Gründung der Wiener Flughafen GmbH. Aspern bleibt Verkehrsflughafen, wird aber Leithorst der Luftwaffe. In der Nähe entstehen mehrere Stützpunkte
1945 – 1955 Aspern wird sowjetischer Militärflugplatz und Stützpunkt einer Garde-Bomber-Division
Ende 1955 Übergabe des Flugplatzes durch die Republik an den Österreichischen-Aero-Club, der diesen letztlich wegen finanzieller Schwierigkeiten an die in Aspern ansässigen Flugvereine (Flughafen Aspern Betriebsgesellschaft FAB) notgedrungen übergeben muss
20.05.1956 Pfingst-Flugtag und Sternflug anlässlich der FAI-Tagung in Wien
01.01.1958 Betriebsbewilligung für Motorflugzeuge bis 2.000 kg
09.06.1959 Das erste zweimotorige österreichische Nachkriegsflugzeug, die SGP-Meindl M222 wird in Aspern erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt
17.06.1962 Großflugtag zur Feier des 50-jährigen Bestehens des Flugplatzes in Aspern
25.09.1965 Großflugtag in Aspern anlässlich der Feier „20 Jahre Republik“
30.03.1968 Feier anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Flugpost“
31.05.1969 Großflugtag in Aspern
10.07.1970 Oskar Westermayer führt seinen Einmann-Tragschrauber der Öffentlichkeit vor
05.09.1974 Das Goodyear-Luftschiff „Europa“ landet in Aspern
31.03.1977 Schließung des Flughafen Wien-Aspern wegen der Inbetriebnahme der zweiten Piste in Schwechat
10.09.1987 Die Junkers Ju 52/3m D-AQUI „Berlin-Tempelhof“ landet zur Feier der Gedenksteinenthüllung bei der ehemaligen Zufahrt zum Flugplatz auf einer der alten Pisten
05., 06., 12. und 13.04.1997 Jubiläumsflugtag am seit 1977 geschlossenen ehemaligen Flughafen Aspern. Wegen Schlechtwetters wurde die Veranstaltung mit insgesamt über 5000 Besuchern an zwei Wochenenden hintereinander durchgeführt
03.07.2009 Abbruch der letzten Reste der ehemaligen Start- und Landebahnen.

    

Die Pilotenschmiede von Wien-Aspern

Auch in seiner jüngeren Vergangenheit (1956 bis 1997) brachte der ehemalige Wiener Flughafen (LOWA) unzählige Piloten hervor (Man spricht von ca. 3.000 Personen), die auch in der Linienluftfahrt bei der ÖLAG (Gründung 1923 - 1.1.1939, danach Lufthansa) und später bei deren Nachfolgegesellschaft AUA eingesetzt wurden. 

Auch beim zivilen Asperner Fallschirmspringerclub NÖFSC gingen zwei Weltmeister hervor. Alex HUBER wurde Militärweltmeister, Hans HUBER im Freestyle.

Leider wurde der für schon zur Zeit seiner Gründung wichtige innerstädtische Wiener Flughafen (LOWA) Opfer von unglaublichen Grundstücksspekulationen. 

Den Wert des schon bei seiner Gründung zukunftsweisenden innerstäditschen Flughafens von Wien hat die Politik einfach nicht erkannt, obwohl schon damals eine Dampfeisenbahn (heute auf dieser Trasse eine U-Bahn) direkt zum Flughafen führte. Leise Senkrechtstarter wurden als utopisch kommentiert, ein wertvolles Gelände gewinnbringend "verwertet".
Dessen Ende können Sie hier nachlesen: Das Ende vom Flughafen Wien-Aspern



verfasst von FI(A) Gustav Z. HOLDOSI 2022